Tarifverhandlungen und Streik

Information zum Warnstreik am Montag (02.02.2026)

Bei der BVG finden regelmäßig Tarifverhandlungen für ihre Mitarbeitenden statt. Was genau das bedeutet und wie es dadurch zu einem Streik kommen kann, erklären wir dir hier.

Tarif – Was bedeutet das eigentlich?

Ein Tarifvertrag ist eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien, die die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitgeberinnen regelt. Für die BVG bedeutet das konkret: In regelmäßigen Abständen wird – abhängig von der Laufzeit des jeweiligen Tarifvertrags – ein neuer Vertrag zwischen ver.di (Gewerkschaft) und der BVG als Arbeitgeberin verhandelt.

Grundlage jeder Verhandlung ist ein Forderungskatalog, den ver.di an die BVG übergibt. Darin sind alle Punkte aufgeführt, die aus Sicht der Gewerkschaft für den neuen Tarifvertrag angepasst oder neu festgelegt werden sollen.

 

Zwei Tarifverträge: Manteltarifvertrag und Entgelttarifvertrag

Für den Berliner Nahverkehr gelten zwei verschiedene Tarifverträge:

1. Manteltarifvertrag

Er regelt die allgemeinen Arbeitsbedingungen, zum Beispiel:

  • Arbeitszeiten
  • Urlaubsanspruch
  • Pausen- und Ruhezeiten

Der Manteltarifvertrag ist langfristig ausgelegt und wird nur in größeren Abständen neu verhandelt. Aktuell befindet sich genau dieser Manteltarifvertrag wieder in der Verhandlung – wie zuletzt auch im Jahr 2024.  Er betrifft nicht die Bezahlung, sondern ausschließlich die Rahmenbedingungen der Arbeit.

2. Entgelttarifvertrag

Er legt die konkrete Höhe der monatlichen Vergütung fest und wird in kürzeren Intervallen neu verhandelt. Die nächsten Entgeltverhandlungen finden im Jahr 2027 statt.

 

Wie laufen Tarifverhandlungen ab?

Der Ablauf ist weniger kompliziert, als es zunächst wirkt:

  1. ver.di kündigt den bestehenden Tarifvertrag fristgerecht.
  2. Anschließend erstellt die Gewerkschaft ein Forderungspaket auf Basis der Anliegen ihrer Mitglieder.
  3. Dieses Paket wird der BVG übergeben – und die Verhandlungen beginnen.

Während dieser Phase kann es zu Warnstreiks kommen, um Druck auf die Arbeitgeberin auszuüben. Ziel ist es, eine Einigung zu erzielen, die gute und zukunftsfähige Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten sicherstellt.

 

Warnstreik oder Streik – was ist der Unterschied?

Warnstreik

  • Kurz und zeitlich begrenzt
  • Soll die Arbeitgeberseite zu einem verbesserten Angebot bewegen
  • Ist ein verfassungsrechtlich geschütztes Grundrecht (Art. 9 Abs. 3 GG)
  • Teilnahme ist ohne arbeitsrechtliche Konsequenzen möglich – auch ohne Gewerkschaftsmitgliedschaft.

Vollstreik

Ein längerer, „ordentlicher“ Streik findet erst statt, wenn alle Verhandlungsoptionen ausgeschöpft sind. Dafür ist eine Urabstimmung notwendig:

  • Mindestens 75 % der ver.di-Mitglieder bei der BVG müssen zustimmen.
  • Wichtig: Die BVG selbst streikt nicht – sie wird von ver.di bestreikt.

 

Ausblick

Tarifverhandlungen sind wichtig, aber oft komplex. Bis ein neuer Vertrag steht, kann es dauern – und währenddessen kann es zu Arbeitsniederlegungen kommen. Wir bitten daher um Geduld und Verständnis. Für die Beschäftigten geht es um zentrale und langfristige Themen.

Tipp:  Aktuelle Informationen zu Streiks findest du jederzeit auf unseren offiziellen Kanälen.

Auswirkungen nach Streikende

Bitte beachtet, dass der Betrieb nicht sofort nach Ende eines Warnstreiks wieder reibungslos starten kann.

  • Fahrzeuge und Fahrpersonal befinden sich zu diesem Zeitpunkt häufig nicht an ihren regulären Einsatzorten.
  • Sie müssen zunächst von den Betriebshöfen aus in das Stadtgebiet ausrücken.

Daher kann es mehrere Stunden dauern, bis der Verkehr wieder vollständig stabil läuft.

Tarifrunde und Streik - LEXIKON

Gewerkschaft, die Substantiv, feminin
Eine Gewerkschaft ist eine Organisation, die Interessen der Arbeitnehmer*innen vertritt und fördert. Sie setzt sich für die Rechte und Belange der Beschäftigten ein und verhandelt in Tarifverhandlungen mit Arbeitgebern. Wir können uns eine Gewerkschaft als kollektive Stimme vorstellen, die die Interessen der Beschäftigten schützt. Als Arbeitnehmer*in zahlst du einen Mitgliedsbeitrag, wenn du in die Gewerkschaft eintrittst.

Streik, der Substantiv, maskulin
Ein Streik ist eine organisierte Arbeitsniederlegung, bei der Arbeitnehmer*innen gemeinsam und zeitweise ihre Arbeit einstellen, um bestimmte Forderungen oder Interessen gegenüber ihrem Arbeitgeber durchzusetzen. Streiks werden oft von Gewerkschaften initiiert, die im Namen ihrer Mitglieder*innen Verhandlungen mit den Arbeitgebern führen.

Tarifvertrag, der Substantiv, maskulin
Ein Tarifvertrag ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmenden (oder ihren Vertretern, wie Gewerkschaften). Er regelt die Arbeitsbedingungen, wie zum Beispiel Arbeitszeiten, Urlaubsansprüche und Kündigungsfristen, oder Gehälter. Tarifverträge dienen dazu, faire und einheitliche Standards für bestimmte Branchen oder Berufe festzulegen und den Arbeitnehmer*innen Schutz und Sicherheit zu bieten.

TV-N Vertrag, der Substantiv, maskulin
Seit dem 01.09.2005 gilt für alle Mitarbeiter*innen der BVG und der BVG-Tochter BT GmbH der Tarifvertrag Nahverkehr Berlin (TV-N Berlin). Dieser Vertrag legt die Arbeitsbedingungen, Gehälter und Schutzbestimmungen für die Angestellten in den beiden Nahverkehrsunternehmen fest. Die Gehälter sind in verschiedenen Entgeltgruppen festgelegt, und der TV-N enthält auch Richtlinien zur Einstufung in diese Gruppen. Es ist wichtig zu beachten, dass der TV-N Berlin nicht für Auszubildende, Volontär*innen und Praktikant*innen gilt.