BVG-Fähren

Berlins wohl entspanntestes Verkehrsmittel

Wenn man an die BVG denkt, kommen einem wahrscheinlich zuerst gelbe U-Bahnen, Busse oder Straßenbahnen in den Sinn. Dabei gehört auch das Wasser schon seit vielen Jahrzehnten selbstverständlich zum Berliner Nahverkehr. Denn ja – die BVG kann nicht nur Straße und Schiene, sondern auch Fähre.

F wie Fähre

Obwohl die BVG erst 1929 gegründet wurde, wurden Wasserverbindungen in Berlin schon lange vorher genutzt. Mit der Vereinheitlichung des Nahverkehrs wurden die Fährlinien in das Gesamtnetz integriert. Daher tragen sie bis heute ein „F“ im Liniennamen – genauso wie die U-Bahn ihr „U“ oder die Metrobusse ihr „M“ haben.

Das Besondere: Die BVG-Fähren sind keine klassischen Ausflugsschiffe, sondern ganz normale ÖPNV-Linien. Mit einem Deutschlandticket oder einem regulären VBB-Ticket kannst du einfach einsteigen und übersetzen – ohne Aufpreis.

Aktuell gibt es sechs Fährlinien. Drei davon fahren das ganze Jahr über:

Die F10 zwischen Wannsee und Alt-Kladow, die F11 zwischen Baumschulenstraße und Wilhelmstrand sowie die F12 zwischen Müggelbergallee und Wassersportallee.Im Sommer verkehren sie häufiger als im Winter, lediglich Eis, dichter Nebel oder andere Sicherheitsgründe können den Betrieb einschränken.

Dazu kommen die Saisonlinien F21 und F23, die jedes Jahr von Frühjahr bis Herbst unterwegs sind. Sie sind besonders bei Radfahrern, Campern und Ausflüglern beliebt und führen durch einige der schönsten Naturgebiete Berlins.

Ein echtes Highlight ist allerdings die F24. Sie dürfte wohl zu den außergewöhnlichsten Verkehrsmitteln Deutschlands gehören, denn sie wird tatsächlich von Hand gerudert. Das kleine Boot mit dem Namen „Paule III“ ist Berlins kleinstes öffentliches Verkehrsmittel und pendelt an Wochenenden und Feiertagen zwischen Mai und Oktober über die Müggelspree.

Offiziell fährt sie stündlich – wenn viele Fahrgäste warten, setzt der Fährmann aber oft auch häufiger über. Für eine Verbindung könnt ihr euch gerne in der BVG-Fahrinfo informieren.

Wie gemacht für den Sommer

Gerade im Sommer lassen sich die Fähren wunderbar mit einer Fahrradtour verbinden. Besonders beliebt sind Kombinationen mit dem Havelradweg und der F10 oder eine Runde um den Müggelsee mit der F23 oder F24. Wer im Südosten Berlins unterwegs ist, vergisst dabei schnell, dass er sich noch in einer Millionenstadt befindet. Wälder, Schilfgürtel, kleine Buchten und ruhige Ufer vermitteln eher das Gefühl einer Tour durch Brandenburg als einer Fahrt innerhalb Berlins.

Mein persönlicher Favorit sind gleich zwei Linien: die F24, weil eine handgeruderte Nahverkehrsfähre einfach etwas ganz Besonderes ist, und die F10, die fast wie eine kleine Urlaubsfähre über die Havel wirkt. Gerade an einem warmen Sommerabend zeigen die BVG-Fähren eine Seite von Berlin, die selbst viele Berlinerinnen und Berliner noch gar nicht kennen.

Wir wünschen „Gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!“